Vatikanstadt – Geocaching unter dem Blick der Heiligen Apostel im Herzen Roms

Panorama Petersplatz

Nüchtern betrachtet ist der Vatikan ein in der italienischen Hauptstadt Rom gelegener Stadtstaat, der Sitz des Papstes und Zentrum der römisch-katholischen Kirche ist und unzählige berühmte Kunstwerke und Bauwerke umfasst. So will es Wikipedia wissen.

Und doch ranken sich so viele Mythen und Legenden um den Vatikan, seine Geheimnisse, seine Intrigen, dass Bücher zu Bestsellern wurden. Spätestens seit Dan Brown sind Verschwörungstheorien aus dichten Gespinsten historischer Fakten und blühender Fantasie im Mainstream angekommen.

Auch Geocacher kommen auf ihre Kosten: ein Virtual offenbart eine weniger bekannte Stelle, den Campo Santo dei Teutonici e dei Fiamminghi, den Friedhof der Deutschen und der Flamen, Earthcaches und ein Wherigo führen über den Petersplatz und Mysterys ranken sich um die Geschichte des Vatikans und des Papsttums. Mit etwas Glück kann man auch Gleichgesinnte bei einem „Meet & Greet“-Event treffen. All das macht einen Besuch des Vatikans super interessant.

Planung ist alles – sonst wird aus Freude schnell Frust

Vatikanstadt Plan

Übersichtsplan Vatikanstadt

Thomas Römer/OpenStreetMap data or CC BY-SA 3.0 from Wikimedia Commons

Es lohnt sich, euren Besuch in Vatikanstadt gut vorzuplanen. Dazu gehört nicht nur, was ihr euch, wann anschauen möchtet, sondern es gibt dabei einige Dinge zu beachten, die euren Besuch erleichtern werden:

  1. Überlegt gut, wann ihr hingeht. Mittags ist der gesamte Petersplatz voller Menschen, die den Petersdom besichtigen möchten. Auch die Schlange an den Vatikanischen Museen verspricht um diese Zeit mehrere Stunden Warterei. Wir waren früh morgens um 8 Uhr dort – ein Traum! Ohne Wartezeit konnten wir nicht nur die Kuppel des Petersdoms erklimmen, sondern auch den Petersdom selbst besichtigen. Gleiches erlebt man nach 15 Uhr, allerdings beachtet dabei, dass gegen 16:30 Uhr oft „letzter Einlass“ ist.
  2. Besorgt euch die richtigen Tickets! Lange Warteschlangen in der prallen Sonne machen sich recht aufdringliche „Verkäufer“ zu Nutze, die euch Tickets anbieten, mit denen ihr die Warteschlange umgehen könnt. Das kann gut gehen… oder ihr werdet abgezockt. Es gibt verschiedene Verkaufsstellen im Internet, bei denen ihr solche Tickets im Voraus kaufen und daheim ausdrucken könnt. Es lohnt sich und erspart euch eine Menge Frust! Wir hatten Tickets von getyourguide.de und können diese wirklich empfehlen. Alles war gut erklärt, vom Leistungsumfang bis zum Treffpunkt vor Ort und es hat auch tatsächlich alles super geklappt.
    Hinweis: geoadventures.blog ist KEIN Geschäftspartner von getyourguide.de und verdient nichts an euren Klicks/ Einkäufen. Die Empfehlung ist ehrlich gemeint.
  3. Denkt an angemessene Kleidung! Der Eintritt zu den Vatikanischen Museen, zur Sixtinischen Kapelle, zur Petersbasilika und den Vatikanischen Gärten ist nur Besuchern gestattet, die anständig gekleidet sind. Nicht erlaubt sind tief ausgeschnittene und/oder dekolletierte Kleidungsstücke, Shorts, Miniröcke und Hüte. Die Knie müssen bedeckt sein, die Schultern auch! Vor Ort versuchen „fliegende Händler“ euch daher Tücher zu verkaufen – zu Mondpreisen natürlich.
  4. Sicherheitskontrolle! An vielen Punkten im Vatikan passiert ihr eine Sicherheitskontrolle wie am Flughafen. Die Leute die dort arbeiten sind eher unfreundlich – Taschenmesser, Lockpicking-Tools, Taschenlampen, Flaschen usw. sollte man am Besten daheim lassen.

Der Virtual und euer Kontakt zur Schweizergarde

Vatikan - Friedhof der Deutschen und der Flamen von oben

Friedhof der Deutschen und der Flamen von der Kuppel des Petersdoms aus gesehen

Wenn ihr bisher noch keinen Kontakt zur Schweizergarde hattet: Jetzt ist der Moment gekommen. Der Virtual „Campo Santo dei Teutonici e dei Fiamminghi“ (GC7B833) zeigt euch eine ganz besondere Stelle im Vatikan: Den Friedhof der Deutschen und der Flamen (Wikipedia |Homepage).

Das Listing des Virtuals bietet drei Wege an, die Logbedingungen zu erfüllen:

  1. Verschafft euch Zugang und schaut euch in Ruhe um. Wenn ihr die kleine Öllampe findet, macht bitte ein Foto.
  2. Besucht den Peterdom und macht von dort aus ein Foto vom Campo Santo. Von der Kuppel des Gebäudes habt ihr eine tolle Sicht auf den Friedhof .
  3. Wer weder den Friedhof noch den Peterdom besuchen kann oder will, macht bitte ein Foto von der Santa Maria della Pietà in Camposanto dei Teutonici, der zum Friedhof gehörenden Kirche. Um das Foto zu machen, muss man nicht an der Schweizergarde vorbei.

Natürlich ist der erste Weg der interessanteste! Auch, weil ihr damit einen Teil des Vatikans besuchen werdet, der den meisten der 20.000 Vatikan-Besuchern pro Tag verschlossen bleiben dürfte.

Der Friedhof ist täglich von 9.00 bis 12.00 Uhr zugänglich. Der Zugang erfolgt über die Piazza del S. Uffizio (Glaubenskongregation), die sich linkerhand des Petersplatzes, hinter den Kolonnaden befindet:

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Petersplatz

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Zugang zum Friedhof der Deutschen und der Flamen: 41.901550, 12.456350

Sprecht nach Passieren der Sicherheitskontrolle die Schweizergarde am Tor auf Deutsch an. Während den Öffnungszeiten wird sie euch zum Friedhof passieren lassen. Geocacher, die bei opencaching.de registriert sind, sollten auf dem Friedhof unbedingt auch dem Rätsel des OC-Caches Campo Santo Teutonico (OC11254) nachgehen! Wem opencaching.de nun gar nichts sagt: opencaching.de ist eine eigene Geocaching-Plattform, die einmal eine Alternative zu geocaching.com werden sollte. Ein Vergleich würde den Artikel sprengen. Wichtig zu wissen ist: der Cache OC11254 ist bei geocaching.com nicht zu finden.

Zum Besuch des Friedhofs hat Cacher-Reisen einen ausführlichen Artikel verfasst, auf den wir gerne hinweisen: Auf dem Deutschen Friedhof in Rom – ein besonderer Geocache (cacher-reisen.de).

Sehr interessant ist aber auch Logmöglichkeit 2, weil ihr dabei eine geniale Aussicht von der Kuppel des Petersdoms auf den Petersplatz und auf Rom erlebt! Kommt dazu sehr früh! Wir konnten um 8 Uhr morgens ohne Warteschlange die Kuppel besuchen!

Kuppel des Petersdoms – Grandiose Aussicht und Logmöglichkeit des Virtuals

In der Kuppel des Petersdoms

Blick in die Kuppel des Petersdoms

Also auf gehts. Tickets bekommt ihr rechts neben dem Petersdom, der Weg zur Kasse ist ausgeschildert.

Ihr habt die Wahl zwischen „sehr anstrengend“ und „anstrengend“:

  • Ohne Aufzug über die Treppen mit insgesamt 551 Stufen (8 Euro)
  • Mit dem Aufzug auf die erste Plattform fahren und weitere 320 Stufen steigen (10 Euro)

Tipp: Nehmt den Aufzug! Die 320 Stufen werden wirklich anstrengend, weil sie nicht nur steil sind, sondern man weite Teile in der Kuppel läuft und deshalb „Seitenlage“ beim Gehen hat.

Vorsicht: Bankkarten werden an der Kasse der Kuppel nicht akzeptiert. Ihr könnt hier lediglich mit Bargeld zahlen.

Friedhof der Deutschen und der Flamen - Logfoto

Logfoto – die Eintrittskarte taugt praktischerweise auch als Nachweis für das Besuchsdatum

Oben angekommen könnt ihr nun die Logbedingung für den Virtual „Campo Santo dei Teutonici e dei Fiamminghi“ (GC7B833) erfüllen und ein Foto des Friedhofs mit Datumsnachweis schießen.

Aber auch der Ausblick auf den Petersplatz ist genial:

Vatikan Panorama Petersplatz

Petersplatz – Panorama von der Kuppel des Petersdoms

Natürlich werden „von oben“ noch mehr grandiose Ausblicke auf das Gelände des Vatikans und auf die Ewige Stadt geboten:

Überraschung: Nach dem Besuch der Kuppel kommt ihr IM Petersdom heraus

Ein weiterer Riesenvorteil des Kuppelbesuchs offenbart sich beim Abstieg. Ihr kommt direkt im Petersdom heraus! Ihr könnt also den Petersdom besuchen, ohne nochmals anstehen oder die Sicherheitskontrolle passieren zu müssen!

Petersdom am Abend

Kirche der Superlative, Zentrum der Christenheit und Ziel von Pilgern aus aller Welt: Der Petersdom am Abend

Der Petersdom gehört zu den eindrucksvollsten Erlebnissen, die wir aus der Reise nach Rom mitnehmen. Berninis Baldachin-Ziborium, die Pietà von Michelangelo, unzählige Grabmale, Altarbilder, Monumente und die besondere Atmosphäre, die diese ganze Pracht ausstrahlt – Wahnsinn! Seht selbst:

Marmor… überall Marmor… da sind Earthcaches nicht weit

Da die Kirche Petri sozusagen die Mutter aller anderen Kirchen ist und sie daher Kolonnaden haben muss, die wie mit mütterlich ausgebreiteten Armen die Katholiken aufnehmen, um sie in ihrem Glauben zu bestärken, und die Häretiker, um sie in der Kirche wiederzuvereinen, sowie die Ungläubigen, um sie zum wahren Glauben zu erleuchten. – Gian Lorenzo Bernini

Wer in Rom unterwegs ist, hat das Gefühl, die ganze Welt bestünde aus Marmor. Er ist eigentlich überall präsent und damit auch das Thema vieler Earthcaches. Natürlich begegnet er uns auch im Vatikan. Der Obelisk und die Kolonnaden des Petersplatzes sind besonders interessant für Earthcache-Freunde.

Zwei Earthcaches bringen uns beides näher:

  • AGT 40: VATICAN OBELISK (GC487RN)
  • Travertino di Piazza San Pietro (GC71Q8V)

Der Petersplatz hat in der Dämmerung ein ganz besonderes Flair. Nicht nur, dass er nach 16 Uhr wesentlich leerer wird, die Beleuchtung macht wirklich Stimmung und im Sommer kann man es dort bei warmen Temperaturen gut aushalten. Die Earthcaches sollte man allerdings tatsächlich eher bei Tageslicht angehen, da gerade bei Travertina di Piazza San Pietro (GC71Q8V) eine genaue Beobachtung erforderlich ist.

Wenn ihr auf dem Petersplatz seid, vergesst nicht, den Wherigo Ricixxx-WheriPiazzaSanPietro (GC7FYHX) zu spielen. Sein Final liegt ganz in der Nähe des Vatikans. Der Owner, Ricixxx, wird euch in Rom noch öfter auffallen – er hat mehr als 1.400 Caches versteckt und im Prinzip alle Sehenswürdigkeiten bedost oder besser gesagt, beröhrchent… das als kleiner Hint zu den wirklich kleinen Verstecken. Noch ein Tipp für alle, deren Gerät Wherigos nicht so richtig mag: Diesen kann man auch im Online-Emulator webwigo spielen – mit ein wenig Recherche lassen sich die gesuchten Antworten ermitteln.

Mysterys mysteriös

Tor Bahnhof Vatikan

Wer denkt, der vatikanischen Bahnhof sei einfach zu erreichen, irrt. Zum Glück liegt der Mystery nicht hinter diesem Tor.

So geheimnisvoll wie der Vatikan selbst sind auch die Mysterys, die dem „Vatican City State“ zugeordnet sind.

Anfang September 2018 sind das genau fünf:

  1. Un americano a Roma (GC5BVQ7)
  2. Ricixxx – The Popes in History (GC5NTQQ)
  3. RAILWAY TO VATICAN (GC30H3P)
  4. ET SUPER HANC PETRAM (GC3WB2W)
  5. Eyes Up (GC2J0F7)

Mysteriös sind dabei nicht die Rätsel – diese lassen sich bequem von zu Hause aus lösen und das solltet ihr auch machen! Denn das Geheimnis liegt in den Finals: Diese liegen nämlich alle nicht auf dem Gebiet des „Vatican City State“ sondern in anderen Teilen Roms.

Die Spitzenreiter sind Eyes Up (GC2J0F7) und ET SUPER HANC PETRAM (GC3WB2W). Deren Finals liegen Luftlinie 3,7 km bzw. 4,8 km von ihrem Ankerpunkt im Vatikanstaat entfernt und können leichter von anderen Sehenswürdigkeiten aus erreicht werden, als vom Petersplatz. Einer der beiden zeigt euch allerdings ein weiteres Mysterium, das nur wenigen wirklich bewusst ist – insbesondere, wenn sie sich von der Pracht des Vatikans haben blenden lassen, so wie auch wir.

Lateranbasilika

Lateranbasilika
Quelle: pedro reis , http://www.ferras.at from Wikimedia Commons, Licens CC BY-SA 2.5

Wusstest ihr, dass der Vatikan gar nicht der offizielle Sitz der Päpste ist? Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts residieren die Päpste in direkter Nähe zum Petersdom. Er ist jedoch weder die Kathedrale des Bistums Rom noch der offiziell ranghöchste römisch-katholische Kirchenbau. Beides ist seit alters her die Lateranbasilika (Wikipedia). Und genau hier hin führt euch einer der Mysterys und schlägt so einen interessanten Bogen zwischen dem Vatikan und dem Lateran!

Es lohnt sich also, diese Mysterys bereits daheim zu lösen und mit der Besichtigung anderer historischer Stätten in der Ewigen Stadt zu verbinden. Ihr spart euch dadurch ordentlich Zeit.

„Meet & Greet“-Events: Triff andere Geocacher

Wer nette kleine Zusammentreffen mit anderen Geocachern mag, kann besonders nach „Meet & Greet“-Events Ausschau halten. Geocacher treffen sich – meist an Sehenswürdigkeiten – für kurze Zeit und halten ein kleines Event ab. Für die Statistiker bringt dies einen weiteren Cachetyp im Vatikan, für die Socializer bietet es die Gelegenheit, die Vatikancaches gleich gemeinsam zu machen.

Im Jahr 2018 fand im „Vatican City State“ bisher im Schnitt alle 11 Tage ein Event statt – die Chancen stehen also gar nicht so schlecht!

Es war einmal… ein Traditional, der einzige physische Cachebehälter auf vatikanischem Boden

Eventuell habt ihr euch ja bereits gefragt, wo eigentlich die Tradis geblieben sind? Bis zum 30. Mai 2018 gab es tatsächlich einen Tradi auf dem Gebiet des Vatikans zu finden: SPQR – IL VATICANO (GCY25A). Veröffentlicht am 31. August 2006 und versteckt in der Außenmauer des Vatikans wurde er mehr als 5.000mal geloggt. Leider ist er inzwischen Geschichte und obwohl er auch nach der Archivierung fleißig weitergeloggt wurde, denn der Cachebehälter samt Logbuch war noch physisch vor Ort. Inzwischen ist es aber wohl passiert: Der Tradi ist Teil der Geocaching-Geschichte rund um Vatikanstadt. Am 9. September 2018 wurde von Niels&Sandra bestätigt, dass der Cache nun tatsächlich nicht mehr da ist. Schade.

Mit diesem Tradi ging dann auch der einzige physische Cachebehälter auf dem Gebiet von Vatikanstadt dahin… die Finaldosen der Mysterys und des Wherigos liegen allesamt außerhalb des Geländes.

Ihr habt den Vatikan bereits besichtigt? Teilt eure Erfahrungen mit unseren Lesern in den Kommentaren oder auf unserer Facebook-Seite (geoadventures.blog@facebook).

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